Tag 15 - 24.Mai -- Odyssee mit Flugzeug und Fähre nach Israel

Die Nacht ist hart und kurz, am Morgen die Autos verladen, dann auf's Flugzeug warten und zu guter letzt Ankunft im Heiligen Land

 Der Tag in der Zusammenfassung

 

 

 

 

 

Die Geschichten des Tages

 

Oha, was für eine Nacht! Erst mussten wir ewig vor der Hafeneinfahrt warten, dann doch zu einem anderen Tor als gedacht. Wir schlafen im oder neben dem Auto. Die zweite Nacht in Folge ohne echten Schlaf, jetzt wird's echt nervig. Cord sagt 'das muss so', auch wenn er - wie alle anderen - gehofft hatte, dass tasächlich um 23:00 Uhr verladen wird. Gegen 05:30 Uhr muss es plötzlich ganz schnell gehen. Von irgendwoher ist das Schiff dann doch eingelaufen (-> 'wieso, war es vorher größer'). Endlich die Autos verladen, und dabei die Schlüssel stecken lassen. ...

Und dann wieder warten, warten, warten. Diesmal warten wir auf den Bus, der uns zum Flughafen Adana bringen soll. Zum Glück gibt es irgendwo dahinten halbwegs kühles EFES zu kaufen. Biertrinken zum Zeitvertreib. Um 14.00 Uhr kommt endlich der Bus zum 80km entfernten Flughafen. Der Flieger hebt dann ausnahmsweise ohne zögern um 17:00 Uhr ab und landet dann eine gute Stunde später in TelAviv. Zum Glück denken wir an das Foto 'von der Grenze' für das Roadbook.
Von Flughafen TelAviv geht es - wieder mit dem Bus - weiter nach Haifa, zu unseren Autos. Ok, die sind natürlich noch nicht da - die Fähre ist noch unterwegs und soll am Montagmorgen ankommen. Wir sind skeptisch und nehmen uns ein Hotelzimmer in der Nähe. In Worten 'ein' Hotelzimmer. Doppelzimmer, immerhin. Mit sechs Leuten in der kleinen Kemenate, anders sind die 11,11 € nicht zu machen. Nach ein paar kleineren 'Umbaumaßnahme' kommen aber alle sechs Teammitglieder einigermaßen unter. Schön gemütlich ist anders. Das wird die dritte Nacht in Folge ohne echten Schlaf.

Aber vorher geht es noch im Hafenviertel in's Restaurant. Das entschädigt für vieles. Nach dem gestrigen Tag ohne echte Malzeit und dem mittelprächtigen Essen im Flieger ist dieses Nachtmal ein echter Kracher. Halbwegs zufrieden und in Vorfreude auf Jerusalem und den Wüsten-Teil der Rallye schlafen sechs abgekämpfte Rallyefahrer in einen unruhigen Schlaf.

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Vodafone hat vorbildlich für unsere Kommunikation bis in die Südtürkei gesorgt. Das hat prima geklappt!

Tag 14 - 23.Mai -- von Dalyan im Höllenritt nach Mersin auf die Fähre

Mit den Hühnern aufstehen und in einer langen Tagesetappe die Küstenstrasse entlang - um dann die ganze Nacht auf die Fähre zu warten. Schön geht anders. Am Abend Crewchange von Christoph mit Carsten.

 Der Tag in der Zusammenfassung

 

 

 

 

 

Die Geschichten des Tages

 

'Bevor der Hahn dreimal kräht' - das war Burhans Empfehlung für das Losfahren heute morgen. Und tatsächlich ist das Team 79 um nullfünfhundert aus den Federn, äh aus den Schlafsäcken. Die Nacht war extrem unruhig. Die letzten Teams haben noch lange gefeiert, die ersten waren schon um vier wieder auf den Beinen. Heute geht es die D400 entlang Richtung Mersin. 750 Kilometer mehr oder weniger geradeaus. Wir durchfahren die großen Urlaubsorte entlang der türkischen Mittelmeerküste mit den megagrossen Bettenburgen und stellen fest, dass der Stop in Dalyan genau richtig war. Mit Abstand der schönste Badeort, den wir gesehen haben.

Gefühlte hunderttausend Gewächshäuser mit Tomaten und nicht viel weniger Orangenhaine erstrecken sich endlos entlang der gut ausgebauten Straße. Später auf der Strecke sehen wir Bananenplantagen. Unzählige BANANENPLANTAGEN. Es ist wenig Verkehr, wir kommen gut voran. Einmal mehr bewähren sich unsere Autos mit dem Stern. Früh morgens etwa an Platz 37 gestartet, sind wir mittags im GPS-Track schon wieder an Platz 17. Sagt nichts über die Wertung aus, ist aber trotzdem gut für's automobile Gemüt. Am Ende sind wir als Siebte in Mersin. Hinter Antalya fangen die Berge an, da wird es nochmal richtig kitzlig Rallye-like. Die Wüstensterne mit ihre 136 Ponys wollen richtig und es geht endlose Kilometer bergan und begab durch enge Kurven.

Gestern abend haben wir noch eine Reihe Teams mit ihren Roadbooks im Fotoshop gesehen. Da gibt es also noch einige mehr, die auf Sieg fahren. Mein Geheimtipp ist die Scuderia Populare, ein weiteres Team mit Lenze-Aufklebern an den Fahrzeugen. Ich bin mal gespannt, wie es ausgeht...

Heute werden die Rallyeautos in Mersin auf die Fähre verladen und es ist Crewchange im Team79. Ich, Christoph steige planmäßig in Mersin aus und unser siebtes Teammitglied Carsten dafür ein. Des einen Freud des anderen Leid. Ein paar Stunden stehen wir noch vor dem Hafen, dann fahre ich mit dem Bus Richtung Adana Airport. Meine letzte Etappe ist mal wieder von der Freundlichkeit der Türken geprägt. Mit dem schweren Seesack bin ich nur bis zur Bushaltestelle um die Ecke gekommen, dort in den nächstbesten Mini-Bus Richtung Osten eingestiegen. "Adana havalimanı" - Adana Flughafen, soweit reichen meine neu erworbenen Türkisch-Kenntnisse. Unterwegs nach Adana werde ich dreimal umgestiegen, im wahrsten Sinne des Wortes. Die Busfahrer sorgen untereinander dafür, dass ich von einem in den richtigen nächsten Bus umsteige. So geht Service auf türkisch! Am Busbahnhof Adana handeln dann die neben mir sitzenden türkische Fahrgäste mit dem Busfahrer aus, dass der mich noch bis direkt zum Terminal fährt. Mir bleibt die Spucke weg.

Im Terminal wird mir so langsam klar, dass meine Reise hier leider zu Ende ist. Tschüß Türkei, tschüß Rallye - ich komme bestimmt wieder...

Meine Kolleginnen und Kollegen vom Team 79 lungern unterdessen noch immer vor dem Hafen rum. Noch immer ist unklar, wann genau die Fähre fährt, wo im Hafen sie überhaupt liegt und wann die Autos verladen werden sollen. Es wird eine lange Nacht, alle werden wenig schlafen. Die ursprüngliche Ankündigung des OK war "20:00 Uhr am Hafen, 22.00 Uhr verladen". Aber vor Mitternacht tut sich gar nichts. Holger, Doris, Ralf und Anja versuchen auf den Autositzen schlafend auf die Fähre zu warten. Carsten und Cord campieren neben dem Autos auf den Anlegekai im Freien. Um 5.30 muss plötzlich alles ganz schnell gehen, ruck zuck Klamotten zusammengepackt und die Autos ab auf die Fähre. Nachdem schon in der letzten Nacht in Dalyan an Schlaf kaum zu denken war, nun also eine zweite, noch härtere Nacht.


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Tag 13 - 22.Mai -- wunderbarer Rasttag im Urlaubsort Dalyan

Ein Tag Rallyepause, rauf auf den Radarberg und dann Badeurlaub am Schildkrötenstrand.

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Die Geschichten des Tages

Aufwachen mit den Hühnern, im wahrsten Sinne des Wortes. Statt eines Muezzin hat heute Morgen der Hahn gekräht. Die Nacht war gar nicht schlecht, trotz des harten Pflasters. Wir dösen noch eine ganze Weile vor uns hin, denn heute ist Rallyepause. Der Ort ist ein typischer Urlaubsort für Engländer, man merkt es am Frühstücksangebot: English Breakfast, volles Programm. Die unzähligen Restaurants sind gähnend leer an diesem Morgen und wir wählen ein Lokal mit Blick auf's Wasser, selbstverständlich. Und es gibt tatsächlich englisches Frühstück dazu einen echten Pott Kaffee mit echter Milch, unglaublich lecker. So geht Rallye-Luxus.

Heute ist Urlaub mit Sightseeing und baden. Zunächst fahren wir mit dem gesamten Rallyekonvoi durch die Stadt und am Delta entlang auf den Radarberg. Ein paar Kilometer nur, aber es geht recht steil bergauf über schotterige Strecken. Manuel hat mit seinem Team 'Ötztaler Mopedmarathon' kleine Roller gemietet. Standesgemäß fährt er mit wehender österreichischer Nationalfahne am Moped den Berg hinauf. Oben angekommen genießen wir die Aussicht über Stadt, Delta und Strand. Das eine oder andere Team gibt auf der staubigen Strecke noch eine Sondereinlage in Sachen Offroad. Prompt platzt einem Passat-Team ein Vorderreifen und Manuel legt sich mit dem Moped auf die Klappe - schöne Bescherung.

Wir verweilen oben nicht lang, denn um 14.00 Uhr stehen Schiffe bereit, um uns zum Schildkrötenstrand zu bringen. Mit Badesachen bepackt entert das gesamte Rallyeteam pünktlich die Boote. Gemütlich schaukeln uns die Wassertaxis durch die engen und verschlungenen Kanäle des Deltas. Wir sehen die in den Felsen gemeißelten Königsgräber des antiken Reiches Kaunos. Das allein ist schon ein Erlebnis.

Den Nachmittag verbringen wir am Strand. Eine willkommene Abwechslung nach den langen staubigen Tagen im Sattel. Aber auch hier ist eine Aufgabe zu lösen. Als Dankeschön für die Gastfreundschaft säubern wir den Strand von herumliegendem Müll, denn hier leben Meeresschildkröten und legen ihre Eier in den Sand. Sie kommen erst abends an den Strand, deshalb sehen wir die Tiere leider nicht. Das Baden im Meer ist herrlich, warmes Wasser, seichte Wellen.

Dann höre ich die unglaublich gute Geschichte von bzw. über Lena. Lena ist Teil des Teams 'Lebenshilfe', ich hatte noch nicht davon berichtet. Das tolle Team besteht pari aus Betreuern und Betreuten, sie reisen wie alle anderen in drei Rallyeautos, fahren Offroad und erledigen die gestellten Aufgaben. Einzige Besonderheit ist, dass das Team vom ZDF begleitet wird. Lena ist 18 und kam erst wenige Wochen vor dem Start zum Team. Sie kannte keines ihrer Teammitglieder und hat das Abenteuer trotzdem gewagt. Die ersten Tage waren schwierig für sie, so höre ich. Eine Mischung aus Heimweh und Bedenken. Doch sie hat sich durchgekämpft und genießt jetzt die Rallye. Warum sie gekämpft hat? Ihre Lehrerin zu Haus hatte wohl gesagt, dass Lena diese Reise nicht schaffen werde. Je suis Lena - das ist der Spirit dieser Rallye!

Gegen Abend geht es mit dem Schiff zurück in die Stadt, zurück auf unseren 'kuscheligen' Campingplatz. Dort werden wir von einem Jugendmusikzug mit Trommeln und Trompeten lautstark begrüßt. Erst später wird klar, dass die jungen Türken uns zu einem gemeinsamen Freundschafts- und Friedensfest abholen wollen, das uns zu Ehren in einem kleinen Park gegeben wird.
Vorher gehen wir in einem wunderschönen Restaurant am Wasser essen. Auf einer Terrasse mit Blick auf die im Dunkeln hübsch angeleuchteten Königsgräber gibt es lecker Köfte, Börek, Lamm und Salat. Über uns leuchtet der Mond und aus der Ferne weht die anmutige Musik des beginnenden Festes herüber. Perfektes Stimmungsbild eines gelungenen Urlaubstages.

Auf dem Heimweg schauen wir noch auf dem Fest vorbei. Sehr viele Einheimische haben sich vor einer Bühne versammelt, lauschen der Musik und sind fasziniert von den Darbietungen von Künstlern und Artisten. Wir sind ebenso fasziniert. Schade nur, dass nicht alle unsere Teams mitbekommen haben, was für ein Fest hier stattfindet. Viele Rallyeteilnehmer sind schon schlafen gegangen, denn morgen wartet eine wahre Tortour auf uns: 750 Kilometer Küstenstraße zum Fährhafen Mersin. Das wird bestimmt ein harter Tag und auch wir gehen schweren Herzens zurück zu unserem kleinen Zeltlager.
Noch ein kleines Glas Rotwein als Schlummertrunk und dann ab in die Falle.

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Tag 12 - 21.Mai -- von Alasehir nach Dalyan

Die getauschten Schuhpaare abgeben und ab geht es in einer Kurzetappe mit einem letzten Stück Chinesenrallye an die Küste

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Die Geschichten des Tages

 

Heute ich ein 'kurzer' Tag, jedenfalls fühlt sich das kilometermäßig so an. Wir haben so was ähnliches wie ausgeschlafen. Nach einem knappen Frühstück ohne Kaffee geht es in den Startbereich. Heute müssen wir die in den letzten 10 Tagen getauschten Schuhe abgeben, sie werden einem Kinderheim hier vor Ort gespendet. Mit drei Paar Schuhen liegen wir nicht schlecht. Scheinbar zählt aber nicht die Menge, wir bekommen lediglich einen 'erledigt'-Stempel. Da hätten wir uns gar nicht so sehr anstrengen müssen.

Als wir die Autos holen, kommt wieder eines dieser ganz typischen Rallye-Themen hoch: Verbusseln. Ich hatte noch nicht davon berichtet, aber diese Krankheit verfolgt uns jeden Tag. Ständig hat irgendjemand aus unserem Team irgendetwas verloren oder verlegt. Verbusselt eben. Heute Morgen hat erst Cord seine Papiere verbusselt, dann Holger sein Portmonee. Dann fehlt bei Christoph ein Kabel und bestimmt haben Anja, Doris und Ralf auch ein 'Sachenwiederfinde'-Problem. Auch nach sorgfältigem Aufräumen verschlucken die Autos unsere Utensilien, die dann an Stellen wieder auftauchen, wo wir sie niemals hingelegt haben. Zum Glück taucht am Ende immer alles wieder auf. Bis auf Holgers Führerschein und Fahrzeugschein. Er muss das richtige verbusseln noch lernen.

Vom Start weg geht es auf gut ausgebauter Landstraße Richtung Küste. Ganz klar ist die Streckenführung nicht, Anlass für Diskussionen...
In Dalyan werden wir mit einem Fahnenmeer empfangen, das eigens für unsere Ankunft hergestellt wurde. Viele Stadtbewohner laufen mit Caps und T-Shirts der Rallye herum und freuen sich, dass wir da sind. Die Stadt ist ein echtes El Dorado für Pauschaltouristen - nur ohne Touristen. Die Saison hat noch nicht recht begonnen und so haben wir die Stadt fast für uns allein. Wir können im Stadtzentrum auf einem gepflasterten Platz unser Lager und die Zelte aufschlagen.

Aktuell sind wir nur knapp sechzig Teams im Troß, andere sind vorgefahren und ein paar schon ausgestiegen. Team 93 wurde von der Rallye ausgeschlossen, die sind in Richtung irakischer Grenze unterwegs, fast 1.000 Kilometer von uns entfernt. Blöde Idee. Die Streckenführung läuft anders, als wir uns das im Winter erhofft haben. Statt weit in den Osten fahren wir ein 'Z' durch die Zentraltürkei. Das türkische Organisationskomitee erklärt das mit dem aktuellen Wahlkampf und der Masse an Flüchtlingen im Osten. Da haben die dortigen Behörden anderes zu tun, als sich um uns zu kümmern. Irgendwie verständlich.

Der Plan ist, dass wir zwei Tage hier im Urlaubsort Dalyan verbringen. Eine willkommene Abwechslung für jene, denen der bisherige Rallyeverlauf in den Knochen steckt. Wir haben den heutigen Spätnachmittag und Abend frei. Wir schlagen unsere Zelte auf dem gepflasterten Boden auf und erkunden die Stadt. Sie liegt an einer netten Bucht mit ausladendem Delta, in das eine Art Fluss mündet. Ein nettes Restaurant mit Blick auf das Wasser scheint uns recht. Gute Wahl, wie sich bald herausstellt. Es wird prächtig gekocht und wir schlemmen ein weiteres Mal ausgiebig. Der Tag endet um 23:30 Uhr im Zelt.

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Tag 11 - 20.Mai -- von Ulubey nach Alasehir

Heute ist wiede Offroad, es geht durch den Canyon von Ulubey, eine Orgie aus Staub und Stein; dann weiter nach Alasehir.

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Die Geschichten des Tages

 

Aufwachen im Zelt, auf diesem wunderschönen Platz. Blöd nur, dass wir das Zelt auf eine Schräge gesetzt haben. In der Nacht immer wieder auf eine Seite gekullert. Als ob man in dieser undichten Hundehütte überhaupt irgendwohin kullern könnte. Und wieder Luxus: Dusche in der Bretterhütte, den Anja und Ralf statt Zelt für die Nacht gemietet haben. Beim Einseifen kann ich in den Canyon schauen. Lage, Lage, Lage.

Das ganz anständige Frühstück gibt es auf der Terrasse des Restaurants, beste Aussicht in die Schlucht inklusive. Als ich unseren Zeltplatz bezahlen will, trifft mich wieder der schon fast typische türkische Charme. Selbstverständlich müssten wir nichts für den Zeltplatz bezahlen, sagt der Herbergsvater. Täglich zeigt sich diese Nation von ihrer allerbesten Seite. Nach dem Frühstück starten alle Teams gemeinsam runter in den Ort. Die Bretter der Seifenkisten müssen abgegeben werden, daraus werden Bänke für die Bewohner des Ortes. Klasse Aktion. Die 'Hauptstraße' des Ortes wird zum Dank in "West-Ost Allgäu-Orient Friedens- und Freundschaftsstrasse" umbenannt. "I am turkish" will es bei diesen Bildern aus mir herausrufen.

Es folgt ewiges Warten, der Ort ist mit der Masse an Autos massiv überfordert. Die letzten Teams geben noch ihre Holzbretter ab und dann geht es in den Canyon. Es soll eine Orgie aus Staub und Steinen werden. In einem langen Treck stauen sich die Fahrzeuge ein ums andere Mal an kniffeligen Stellen. Manch ein Fronttriebler hat mit den sandigen Steigungen sein liebe Not. Aussteigen, schieben. Ab und an setzen unsere Wüstensterne auf Steine auf, doch noch geht das jedesmal glimpflich aus. Zweimal sehen wir Öllachen auf den steinigen Wegen, das sieht nach Loch in der Ölwanne aus. Die beschädigten Autos sehen wir komischerweise nicht. Die Geduld wird auf die Probe gestellt, als in unserem Abschnitt alles steht. Team Fahramol ist in Aktion. Mit einer großen Axt hacken sie zusätzliche Belüftungsschlitze in die Motorhaube eines Cabrios. Eine Riesengaudi. Danach in einer Rechtskehre steil den Berg hinauf. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Die Wüstensterne zeigen sich von ihrer besten Seite, mit Heckantrieb und viel Gewicht auf der Achse ziehen wir unaufhaltsam den Berg hinauf.

Im Auto ist es fast unerträglich stickig. Wegen der massiven Staubentwicklung bleiben die Fenster meist geschlossen. Klimaanlage haben wir bei zwei Autos erst gar nicht an Bord. Beim dritten funktioniert sie quasi nicht. Zwischendurch dann mal das Fenster auf -- der Staub zeigt in alle Ritzen. Hoffentlich gibt es heute Abend eine Dusche.

Dann folgt eine Durchfahrt durch ein Bachbett, langsam fahren die Teams durch das mit Steinen übersäte Wasserloch. Ich gehe schon mal mit der GoPro vor, denn es gibt ein Team, das da bestimmt nicht im Schritttempo durchfährt. Die umstehenden Teams gucken ungläubig, als erst Holger, dann Cord und anschließend Ralf mit weitem Anlauf und in einer Staubwolke losrasen. Unter lautem Jubel und mit ordentlich Speed teilen unsere Wüstensterne das Wasser und schicken Fontänen von Wasser und Steinen in die Luft. So geht das! Außer ein paar kleinerer Plastikelementen an der Schürze haben die Fahrzeuge keinen Schaden genommen.

Team Breitengrad hat es übler erwischt. Der Endtopf eines Passats ist auf der Strecke geblieben. Weithin hörbar ziehen sie mit panzerartiger Geräuschentwicklung den Canyon entlang. Nach dem Wasserloch ist endlich auch mehr Platz, jetzt macht die 36 Kilometer lange Fahrt durch diese touristisch wenig erschlossene Gegend auch endlich mehr Spaß. Ausgangs des Canyons kommen wir auch hier wieder durch kleine Orte, in denen uns vor allem die Kinder zujubeln. Mittlerweile haben wir fast alle unsere kleinen Geschenke verteilt. Zu gern würden wir diesen leuchtenden Kinderaugen noch mehr geben.

Weiter geht es Richtung Alasehir, wo noch eine letzte Etappe der Chinesen-Rallye auf uns wartet. Nicht mehr alle Teams fahren diese 'Wertungsprüfung', einige genießen lieber den warmen Tag in einer Bodega. Unsere Chancen steigen weiter...
Am Ende des langen Tages kommen wir beim Fahrerlager des heutigen Tages an. Oha, harter Tobak, einen Wiese, die mal eine Wiese war. Jetzt ist es ein staubiger Platz, über den der Wind fegt. Schnelle Entscheidung, heute ist wieder Hotel. Den Abend verbringen wir in einem Restaurant in der Nähe. Die üppigen Köstlichkeiten der Region finden kaum Platz auf unserem Tisch und wir schlemmen was das Zeug hält. Vor dem Restaurant ziehen die Lautsprecherbusse mit lautstarker Parteiwerbung vorbei. Noch schnell auf dem Stadtplatz ein Efes auf die Faust und dann um 23.00 Uhr in's Bett.

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