Lage der syrischen Flüchtlinge bleibt besorgniserregend

Krankheit, Kälte und kein Weg zurück

von Lina Koch, 16.12.2014

Die Lebensumstände der syrischen Flüchtlinge im Libanon bleiben Besorgnis erregend. Zwei Angelegenheiten wiegen in diesen Wochen noch schwerer als im Rest des Jahres: Der nahende Winter und die unzureichende Versorgung chronisch Kranker stellen die helfenden humedica-Teams vor eine besondere Herausforderung und benötigen schnelles Handeln.

Dem Winter schutzlos ausgeliefert

Unisolierte Rohbauten, keine wärmende Kleidung, nur hier und da mal ein alter unzureichender Heizkörper: Das ist in diesen Tagen die Realität für mehr als eine Million syrische Flüchtlinge im Osten des Libanons. Nach der Flucht aus ihrer Heimat, bei der Viele nicht mehr als ihr eigenes Leben retten konnten, stellt der nahende Winter die nächste Herausforderung dar. Laut der Vorhersage von Meteorologen soll es in diesem Winter besonders kalt werden. Minusgrade und Schneefall inklusive.

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Charity-Projekt steht: Unser Partner heißt humedica

So, nun ist es soweit: Unser eigenes Charity-Projekt steht. Wir werden Geldspenden sammeln für syrische Flüchtlinge im Libanon.

In den letzten Tagen haben wir gelernt, dass Spenden und Helfen doch nicht ganz so einfach ist. Ein Spendenempfänger möchte natürlich wissen, wer da aus welchen Motiven spendet. Rüstungsindustrie und bestimmte andere Branchen werden nicht so gern gesehen. Und wir mussten einige Male erklären, was Rallye und Spenden miteinander zu tun hat.

Es hatte sich schon angedeutet: Mit humedica haben wir unseren Wunschpartner gefunden.

Gemeinsam mit humedica haben wir ein Projekt definiert, für das wir in den nächsten Wochen und Monaten Spenden sammeln werden: Unterstützung syrischer Flüchtlinge im Libanon. Medizinische Teams von humedica fahren täglich 35 Flüchtlingscamps an, um mehrere tausend Erwachsene und Kinder kostenfrei zu behandeln.

Hier einige eindrucksvolle Bilder des aktuellen humedica-Einsatzes aus dem Sommer 2014.

Fotos von Dr. Ann-Doreen Michler

Auch der dritte Benz wird blau

So, nun ist es soweit. Cord konnte es nicht mit ansehen. Der dritte Benz, für 470,00€ erstanden, fiel ein wenig aus der Reihe. Statt dunkelblau kam er in Bauern-grün daher. Das entsprach nicht dem ästhetischen Empfinden vom Team-Leader Cord. Seine Vorstellung: 'Es muss schon aus einem Guß sein.'

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Man kann da nicht hinfahren, ohne zu helfen!

Seit unserem letzten Treffen ist klar: Unsere Teilnahme an der Rallye wird nicht allein Abenteuer sein und dem Spaßfaktor dienen. In einem 'Gänsehaut'-Moment ist die Entscheidung gefallen, dass wir ein humanitäres Hilfsprojekt unterstützen wollen.

"Man kann da nicht hinfahren, ohne zu helfen" - das war der Satz, mit dem unsere Rallye-Teilnahme einen tieferen Sinn bekommen wird. Die Nachrichten der letzten Monate sind voll vom Leid und Elend der Zivilbevölkerung rund um die Konfliktherde im Nahen Osten. Und wir fahren in diese Region - just for fun. Beschäftigt man sich mit den Regionen entlang unserer Route, dann ist der Gedanke an humanitäre Hilfe zwingend. Doch wie helfen? Selbst Hilfsgüter mitnehmen? Ein eigenes Spendenkonto einrichten und selbst ein Hilfsprojekt starten? Wir wälzten die Möglichkeiten rauf und runter.

Im Gespräch über den Sinn und die Finanzierung unserer Rallye-Teilnahme kamen wir dann auf Dr. Ulrich Seemann und Dr. Wolfgang Riske, Nachbarn und Hausärzte unserer Jugend. Beide sind/waren neben ihrer hauptamtlichen ärztlichen Tätigkeit seit Jahrzehnten für die Hilfsorganisation humedica in humanitären Hilfseinsätzen unterwegs. Und BEIDEN, Dr. Ulrich Seemann und Dr. Wolfgang Riske wurde für ihr unermüdliches ehrenamtliches Engagement jeweils das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Wow, Gänsehaut! Diese Männer haben etwas geleistet. Die sind den richtigen Weg gegangen. Die haben dort geholfen, wo es richtig nötig war. Und ja, das ist die Inspiration für uns, mit unseren Mitteln unseren Beitrag gegen die humanitären Katastrophen im Nahen Osten zu leisten. Auf geht's!