Tag 17 - 26.Mai – Vom Toten Meer über den Jordan nach Qian Khana

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Bei 400m unter normalnull gestartet, über den Joran in’s Haschemiten-Reich und ab in die Wüste, fast zu dicht an die syrische Grenze

 Der Tag in der Zusammenfassung

 

 

 

 

 

Die Geschichten des Tages

 

Aufwachen im Camp am Toten Meer. 7:00 Uhr morgens und 29°C, es wird ein heißer Tag werden. Holger muss eben noch in der Salzlake schwimmen – gestern war wegen Roadbook keine Zeit mehr. Eigentlich kann man das nicht schwimmen nennen, wenn er auf dem Rücken liegt, schauen die Füße automatisch aus dem Wasser. Am besten liegt man einfach so im Wasser und lässt sich treiben. Da liegt er mit seiner Zeitung, Hessisch-Niedersächsische Allgemeine, die er seit Oberstaufen wie seinen Augapfel hütet. Nur keinen Knick rein machen. Wenn er nur auf all seine Sachen so sorgfältig aufgepasst hätte. Zeitung und Holger müssen natürlich noch anständig auf Celluloid gebannt werden – für die Aufgabe "Heimatzeitung lesen im Toten Meer". Ein Teil des Teams will noch schnell zum See Genezareth. Klappt aber nicht richtig, nur Fischteiche gefunden. So geht’s eben ohne Navi.

Frühstück gibt es heute erst nach dem Losfahren – ganz mitteleuropäisch bei MC D. Wir wollen über die Grenze von Israel nach Jordanien, das sind vom See aus noch etwa 100 km. Es geht vorbei an Plantagen mit Zitronen und Datteln. An der Grenze natürlich das obligatorische Foto. Da sollen wie immer alle Teammitglieder mit drauf, das schnallt aber nicht jeder. An der Grenze werden wir von den Israelis intensiv kontrolliert. Für jedes Auto gibt es eine Art ‚Passierschein‘ in leuchtend orange mit dem wir das Auto über die Grenze bringen dürfen. Dann geht das Verbusseln wieder los. Na wer wohl? Herr Kaufmann wieder vorne mit dabei. Er hat von der einen Seite der Grenze bis zu anderen den Zettel nicht mehr in der Hand. Trotz oranger Leuchtfarbe. Doris rollt mit den Augen. Holger ist nochmal zurück gelaufen und hat zum Glück einen Ersatzzettel ausgestellt bekommen. Von uns bekommt er zum Geburtstag sicher ein Herrenhandtäschchen geschenkt, in dem er seine wichtigen Dokumente aufbewahren kann. So eine aus Schweinsleder, am Handgelenk zu tragen. Hinterher hat sich der Zettel wieder angefunden, bei einem anderen Team, die ihn gegen kühles Bier eintauschen wollen.

Auf der jordanischen Seite werden wir mit maximaler Freundlichkeit empfangen. Der Haschemiten-Prinz hat die Seinen ganz ordentlich vorbereitet. Es werden reichlich Getränke gereicht und Informationsmaterial zu Land, Sitten und Gebräuchen verteilt. Hier an der Grenze erhalten wir auch die ersten detaillierten Informationen zu unseren Rückflügen nach Deutschland. Doof, denn eigentlich will hier noch niemand an das Ende unserer tollen Reise denken. An der Grenze sind wir dann auch endlich mal ‚über den Jordan‘ gefahren. Rüdigers Fan-Schals von Eintracht Braunschweig auch. Er hatte sie uns genau zu diesem Zweck mitgegeben. Hinter der Grenze sehen wir auch die ersten syrischen Flüchtlingslager, ein Blickkontakt wenigstens zu den Menschen, denen wir mit unserer humedica-Aktion helfen können.

Über Irbid geht es nach Al Zarqa und dann 30km in die Wüste. Im Roadbook gibt es einige kaum entzifferbare und in unserer Karte nicht auffindbare Orts- und Routenangaben. Die Karte zeigt Autobahn-ähnliche Strecken an, die wir natürlich auf jeden Fall umfahren wollen. Kurz mit Christoph in Deutschland telefonieren, der kann google befragen. Google weiß aber auch keine rechte Antwort. Qyan Khanna gibt es wohl auch in Indonesien. Also lieber auf die klassische Art navigieren – Versuch und Irrtum. Ralf und Anja übernehmen diese Aufgabe und es kommen verschiedene Versuche und Irrtümer dabei heraus. Kein Problem, besser weiß es eh keiner. Nach einigem Hin- und Her auf dem dünn gesäten Strassennetz Jordaniens kommen wir dann in Qian Khana an. Es erwartet uns eine Art ausgetrockneter See, Wadi nennt man das wohl, als Nachtlager. Die Grenze zu Syrien ist nicht weit und rund um uns herum sehen wir jede Menge Militär.

Einige Teams waren vor uns da und haben mit ihren Autos die ersten Kreise in den Sand gedreht. Unser Tacho zeigt heute knapp 6.000 km. Unser Abendessen besteht aus all den Resten an aufgewärmten Dosenfutter und Trockenkeks, die wir noch in den Autos finden können. Tütensuppen werden mit der Zeit echt zu einer Delikatesse. Jetzt ein kaltes Bier – das wäre was. Von einem der Teams bekommen wir welches angeboten. 3€ die Dose – die müssen wohl ihren Rückflug noch finanzieren. Natürlich kaufen wir denen trotz dieser Wucherpreise ihren Bestand ab. Wir nehmen 10 Dosen und kommen in eine günstige Rabattstaffel. Wir können uns auch an kleinen Erfolgen erfreuen. Nach diesem nicht ganz üppigen Nachtmahl erzählen wir noch lange unter der unendlichen Schar von Sternen in dieser klaren Nacht. Auch wenn es tagsüber unerträglich heiß war, die Nacht ist erfrischend und unter diesem Sternenhimmel ein einmaliges Erlebnis.

Bilder des Tages

 

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