Tag 9 - 18. Mai -- von Corum nach Ankara

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Leblebi und Spritpumpe am Morgen, Transfer nach Ankara, unglaublich warm, versunken im Verkehrschaos der Hauptstadt

 Der Tag in der Zusammenfassung

 

 

 

 

 

Die Geschichten des Tages

 

Aufwachen auf knallhartem Parkplatz-Beton. Der Tag begrüßt uns heute morgen um 06:30 Uhr mit vielstimmigem Werkzeuggeklapper. Die gestrige Streckenführung hat das Material arg belastet und manchen Schaden hinterlassen der jetzt vor dem Start der nächsten Etappe noch beseitigt werden muß. Auch bei unserem Fahrzeug No.1 muss heute morgen noch eine neue Spritpumpe herbei- und hineingezaubert werden. Zum Glück ist der Start auf 12:00 Uhr verlegt - hoffentlich genug Zeit, um auch noch die 'finde die Kultur'-Aufgaben in Corum zu erledigen. Nach einem weniger üppigen Frühstück (Kebab mit mega-süssem Kaffee) teilen wir uns. Holger besorgt die Spritpumpe, Ralf uns ich erledigen die Kulturaufgabe. Nicht alle Aufgaben erschließen sich sofort - sie sind auf türkisch formuliert. Also ersteinmal jemanden finden, der uns die Aufgabe nach deutsch oder englisch übersetzt.
Genau das ist der Plan der Rallye - mit den Leuten vor Ort in Kontakt kommen. Klappt auch. So erfahren wir, dass wir 1 Kilo Leblebi kaufen sollen und Käüfer und Verkäufer beim Kauf fotografieren sollen. Was ist Leblebi? Leblebi ist eine regionale Knabber-Spezialität, auf verschiedene Weise geröstete Kichererbsen. Ok, los in das Gewusel der Stadt und diese Dinger besorgen. An der zentralen Moschee, die wir auch besuchen müssen, finden wir einen auf Leblebi spezialisierten Händler. Und wieder bin ich von der Türkei schwer begeistert. Statt uns nur das Kilo Knabberkram zu verkaufen, nimmt uns der Händler an die Hand und zeigt uns im Hinterzimmer seinen ganzen Stolz, die Röstmaschine. Mit Händen und Füßen erklärt er uns, wie die Kichererbsen auf unterschiedliche Weise geröstet werden.

Gleichzeitig hat Holger erfolgreich eine Spritpumpe besorgt und dabei eben noch eine Schraube an der Auspuffaufhängung erneuert. In der Werkstatt stehen bereits vier andere Rallye-Autos. Hadschi, der Schrauberkönig von Corum, war gestern Abend im Fahrerlager und hatte seine Dienste angeboten. Dankbar nehmen die Teams, die keine oder wenig KFZ-Kenntnisse haben, dieses Angebot an. Doch vor der Tat gibt es erst einmal Chai satt für alle. In der Werkstatt serviert von einem Typen mit Schlips und Kragen - das ist Style. Auf dem Rückweg kommt Holger nicht durch die Stadt - gesperrt. Ein um's andere Mal versucht er einen Umweg, bis er sich einigermassen im Nirdendwo wiederfindet. Was nun? Doch die Türken halten auch dafür eine Lösung parat: Holger wird von der Polizei per Eskorte mit Blaulicht in's Fahrerlager geleitet. Ach, ich liebe es!

Zurück im Fahrerlager schrauben Cord und Holger das Teil unters Auto. Pünktlich um 12.00 Uhr zu Start sind wir mit allem fertig. Rein in die Autos und raus durch das eilig aufgebaute Start-Tor. Die Tagesetappe ist eher unspektakulär. Über gut ausgebaute Strassen über 200km Richtung Ankara.
Immer im Dreierverband cruisen die Teams mit hoher Geschwindigkeit mal nebeneinander mal überholend durch die sanfte Hügellandschaft unter blauem Himmel und segender Sonne. Wer ungefähr wissen will, wie das Feeling der Rallye heute ist: Den Song "Bang Bang" von Smokie einlegen, Lautstärkeregler auf und die Augen zu. Vor dem geistigen Auge diese Bilder ablaufen lassen. "Bang, Bang - The Race is On"!

In Ankara wird es nochmal richtig haarig. Wir sollen auf der Burg von Ankara Fotos machen und dann zum Hyppodrom, unserem heutigen Fahrerlager. In DEM Verkehr eine echte Höchstleistung, die drei Autos beieinander zu halten. Und das quasi ohne Strassenkarte. Dort, wo wir abbiegen wollen, ist leider eine Baustelle, danach kommt Schnellstrasse ohne Wendemöglichkeit. Danke schön. Dann eben rechts und wieder rechts, wir landen zufällig mitten im Autoschrauberviertel. Eine marode Werkstatt neben der nächsten. Und inmitten der Stadt ein ein großer deutscher Landmaschinenhändler neben einem Händler von chromglänzenden Auspuffendrohren. Ulkige Bilder. Nach unendlichen Schleifen, Umdrehmanövern, Baustellenumfahrungen und Falschabbiegungen sind wir endlich auf dem Hyppodrom. Aber wir bleiben nur kurz, heute soll es mal wieder ein Hotel sein. Google gibt uns Auskunft, dass es direkt in der Nähe Hotel Eyna gibt. Es klappt zum Glück auch mit den drei Doppelzimmern, denn in der Nacht setzt ein fürchterliches Gewitter ein. Und die letzten Teams finden in diesem Hotel keinen Platz mehr. Nach dem Einchecken erstmal die Dusche penetrieren, das Wasser färbt sich braun. Jetzt geht es mir wieder gut. Den Abend beschließen wir in einem türkischen Restaurant, zu dem uns zwei Taxis quer durch die ganze Stadt kutschieren. Als ob es sonst keines gäbe. Für siebzig Euro all in genießen wir die türkische Küche samt zuckersüßem Nachtisch und Kaffee.
Um Mitternacht ist das Licht für heute aus - der Schlaf in diesen Himmelbetten wird uns sicher gut tun.

Bilder des Tages

 

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