Tag 10 - 19.Mai -- von Ankara bis zum Canyon von Ulubey

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Abschied von Ankara mit einem weiteren LeMans-Start durch die Stadt Richtung Canyon von Ulubey, unterwegs beim Friseur eingekehrt, der uns beim Entwickeln der Fotos geholfen hat.

 Der Tag in der Zusammenfassung

 

 

 

 

 

Die Geschichten des Tages

 

Ich wache zum Glück im Hotel auf. In der Nacht hat es heftig gewittert. Schön anzuschauen, aber im Zelt hätte ich das nicht erleben wollen. Es gibt ein reichhaltiges Frühstück im Hotel Eyna, das erste Mal auf der Reise ist Rührei auf dem Teller. Schon um 08:30 Uhr sind wir zurück auf dem Hippodrom, wo heute Morgen erneut ein LeMans-Start auf dem Programm steht. Das große Gelände besteht aus einer Betongeraden in der Mitte, die so breit ist wie eine Flugzeuglandebahn. Am Ende zweigt eine engere Fahrbahn ab, die kurvig durch das flache Gelände zurück zum Anfang der Piste führt. Bereits um 09:30 Uhr erfolgt die Startaufstellung: Auf der einen Seite der Geraden die Autos, auf der anderen Seite die Teams. Heute zählt ein Minister auf Null herunter. Zum Glück ohne große Ansprache, denn die Teams sind heiß. Wir auch: Lieber tot als Zweiter. Im Sprint geht es zu den Autos, reinspringen und LOS! Unsere Autos standen mit laufendem Motor und wir kommen perfekt weg. Im leichten Rechtsbogen ziehen wir an vielen Teams vorbei. Drei der Wagen, die vor uns liegen, steuern auf das falsche Tor zu, der Weg nach rechts in die Schikane ist frei. Ausgangs der Geraden liegen wir ganz vorn in der Spitzengruppe. In wilder Jagd geht es durch die Rechts/Links-Kombinationen, immer knapp an heftigen Blechschäden vorbei. Auch hier zahlt sich der respekteinflössende Kuhfänger aus. Am Ende des Hippodroms geht es durch's Tor raus in das Strassengewirr Ankaras und auf einer Ausfallstrasse Richtung Polati.

Wir kommen als Zweite der Dritte raus, der Teamchef ist euphorisiert. Jetzt kann was gehen. Wir haben mehr oder weniger alle Aufgaben des Roadbooks erledigt, der Jagdtrieb ist jetzt so richtig geweckt. Das Thermometer zeigt schon wieder 34 Grad. Wir haben jetzt 4.000 Kilometer auf dem Tacho und die Nase noch längst nicht voll. Der Plan sagt, dass wir in Polati eine Pause machen sollen. Gern doch, denn der Stopp bietet Gelegenheit, die Fotos der Aufgaben entwickeln zu lassen. Doch wo finden wir einen Fotoladen. Ach, es ist zu schön in der Türkei. Hier fragt man einfach jemanden auf der Straße vor einem Internetcafe. Der hilft prompt, und führt uns zu einem Fotoladen. Der kann zwar unsere Fotos nicht entwickeln, kennt aber einen, der das kann. Zusammen mit dem ersten Führer bringt er uns der Fotoladenbesitzer zu einem anderen Fotoladen, ein paar Straßen weiter. Unterwegs erklärt er uns wortreich auf türkisch Dinge, die wir nicht verstehen. Im zweiten Fotoladen klappt es dann mit dem Sofortdruck. Damit wir uns verständigen, holt der zweite Ladenbesitzer einen weiteren Türken von Gegenüber. Ich lache mich schlapp, der kann ein paar Brocken holländisch und wir haben eine Menge Spaß. Ehrensache, dass Ralf und ich uns anschließend bei ihm noch frisieren lassen. Mit neuem Haarschnitt geht es dann weiter zu dem Museum Gordian, dem Ort, wo der Gordische Knoten durchschlagen wurde.

Zu Mittag gibt es Fischplatte, von Bahlsen aus der Tüte. :-) Knöpfe-Christoph: Cord lästert wieder mal, als ich unterwegs gleichzeitig Blog schreibe, fotografiere, bei Facebook poste und ihm in der Karte den Weg weise. Er bietet mir dazu das Batterieladegerät an - da seien auch noch ein paar Knöpfe dran, die man bedienen könne. Dazu läuft "extreme ways" von Moby aus den mittlerweile arg verstaubten Kalotten. Groove&Drive - so macht Autofahren auch nach tausenden Kilometern noch Spaß.

Gegen Abend kommen wir in Ulubey an, einer kleinen Ansiedlung am Rande des Canyon, der hier die absolute landschaftliche Attraktion ist. Das hätte mir TripAdvisor schon verraten. Ansonsten ist das hier eher ein verschlafenes Nest, Hotel gibt es keine. Dafür aber einen wundervollen Campingplatz direkt am Canyon mit Blick über den langgezogene Taleinschnitt. Wir bekommen einen guten Platz unter Pinien auf frischem Gras. Echt toll. Abendessen gibt es auf der Terrasse eines Restaurants mit einem Wahnsinnsblick in den Canyon, dazu Rotwein und Sonnenuntergang. Hammmmmmer. Unten im Kessel im Zwielicht sind die ersten Ungeduldigen schon mal probehalberpö auf der morgigenStrecke unterwegs. Selbstverständlich gibt es dabei die ersten Schäden noch vor der eigentlichen Etappe. Hahaha.

Mit den Kollegen vom Team Breitengrad verköstigen wir noch ein paar Gläser Rotwein, ehe der Tag um Mitternacht sein Ende findet. Morgen ist Chinesenrallye durch den Canyon. Vorfreude...! Mit wünschelrutengängerischer Sicherheit steuert Ralf zielstrebig den Rezeptionisten an, um die tatsächlich letzte Holzhütte des Campingplatzes zu ergattern. Dusche für morgen früh ist gesichert. Prima.

Bilder des Tages

 

Sponsor des Tages

www.glas-behrens.de

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