Tag 8 - 17.Mai -- von Ilgaz über Bogazkale nach Corum

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Chinesenrallye von Ilgaz über Cancirli und Sugurlu nach Bokazkale und von dort offroad nach Corum. Unterwegs Aufgaben erfüllen.

 Der Tag in der Zusammenfassung

 

 

 

 

 

Die Geschichten des Tages

 

Heute ist DER Tag. Naja, eigentlich ist bisher jeder Tag besonders. De heutige und der morgige Tag stehen im Zeichen der Chinesen-Rallye. Im Roadbook sind eine Reihe von Landmarken und Kilometerangaben verzeichnet, mit denen wir von Ilgaz über Bokazkale nach Corum navigieren müssen. Entlang der Strecke warten kleine Aufgaben, Orte finden, kulturelle Objekte fotografieren und historische Stätten besuchen. So sehen wir heute eine Menge von der 'wahren' Türkei, auch wenn den einzelnen Stationen am Ende doch wieder nicht soviel Zeit bleibt. Denn spätestens um 20.00 Uhr müssen wir in Corum sein. Da wird heute vom gesamten Rallye-Team ein Konzert gegeben. Mit den mitgebrachten und gegenseitig getauschten Instrumenten sollen wir 'Fußball ist unser Leben' darbieten. Auf diesen Höhepunkt deutscher Liedkunst warten wir schon gespannt.

Doch erstmal Chinesen-Rallye. Die meisten Angaben im Roadbook sind so detailliert, dass die Navigation viel einfacher ist , als erwartet. Wir fahren durch eine karge Landschaft. Jedenfalls hat das zunächst den Anschein. Bei genauerem hinsehen erkennen wir aber Reis- und Getreidefelder, die zum Tal hin immer üppiger werden. Die Sonne brennt gegen Mittag schon erbarmungslos, als wir in Bogazkale ankommen. Dort und auf der nahegelegenen Hattusa-Burg müssen wir die ersten 'finde die Kultur'-Aufgaben erledigen. Gut gemacht, denn so müssen wir uns zwangsläufig ein Stück weit mit Kultur und Geschichte der Türkei auseinandersetzten. So lernen wir z.B., dass hier die Hethiter vor dreieinhalbtausend Jahren lebten.

Entlang der Straßen auf den Dörfern sehen wir heute viele Menschen, die uns richtiggehend zujubeln. In jedem Dorf werden wir auf's Neue vor allem von den Kindern begrüßt. Sie haben schnell gelernt, dass es vom einen oder anderen Team kleine Geschenke oder Süßigkeiten zu ergattern gibt. Es herrscht eine wundervoll herzliche Stimmung. Doch auch wir bekommen Geschenke. Ralf und Anja halte an und bekommen eine Art warmes gefülltes Brot geschenkt. Wir haben zwar gerade gegessen, es schmeckt aber trotzdem sehr lecker.
Spätestens nach dem heutigen Tag habe ich die Türkei und ihre Bewohner tief in mein Herz geschlossen.

Der Spaß fängt an, als die 4x4-Strecke beginnt. Keine Frage, die nehmen wir natürlich volley mit unseren Wüstensternen. Ausweichstrecke kommt auf keinen Fall in Frage. GoPro und Kamera liegen bereit und los geht's. Schon nach 200 Metern die erste Panne, bei Fahrzeug eins gerissen. Seitenwand an einem scharfen Stein aufgeschlitzt. Na dann eben den nächsten Reifen, wir haben ja ein paar auf dem Dach. Nur blöd, dass wir jetzt vorn rechts nicht mehr Alufelge fahren. Der Style leidet.

Anschließend folgt eine 4x4-Strecke vom Feinsten. Hügelig, schotterig, tiefe Löcher und Wasser. Ach wunderbar, der kleine Fluss kreuzt unsere Strecke in den Tälern mehrfach. Raus aus dem Wagen, vorlaufen mit GoPro und Kamera und dann mit Vollgas durch das Wasserloch. Wasser spritzt in Fontänen und Steine fliegen in hohem Bogen. Extrem coole Action, so muss das! Im nächsten Wasserloch verlieren wir einen weiteren Frontscheinwerfer - egal. Wir sind nicht die Einzigen, die Fahrzeugteile einbüßen. Manuel vom 'Ötztaler Mopedmarathon' zerschlägt seine Seitenscheibe, nachdem er gestern schon den Kühler eingebüßt hat. Bei JustForLife ist bei einem Wagen der Rückwärtsgang ausgefallen und der Endtopf abgerissen. Guter Sound. Team 99 verliert die Frontschürze bei einem ihrer T4-Busse. Und wir sehen gleich mehrere Teams beim Reifenwechsel. Nach mittlerweile gut 3.000 Kilometer Beanspruchung bleiben die Schäden aber noch sehr überschaubar. Insgesamt 16 Kilometer offroad, ein irrer Fahrspass.

Wir essen in Alacahöyük, wo wieder eine Kultur-Aufgabe zu lösen ist. die Pause ist nötig, denn nach diesem Offroad-Exzess müssen wir das Erlebte unbedingt besprechen. Das Essen ist der Hammer, einfach aber sehr lecker. Es gibt Köfte und Kebab. Insgesamt ist mutet die Reise eher an, wie eine "Entschlackungskur": Schwitzen, wenig Essen, viel trinken. Vielleicht merkt meine Waage zu Haus das auch.

Dann geht's weiter und an der nächsten Ecke wieder ein Schild, wo 4x2 nach rechts oder 4x4 nach links gewählt werden kann. 'Forscher hier entlang' lautet die Devise und wir biegen nach links. Nach einem weiteren Teilstück von 6 Kilometern werden wir wieder auf eine normale Straße geleitet und wir setzen den Weg nach Corum fort. Gegen 19.00 Uhr kommen wir an - doch unser heutiger Campingplatz lässt uns ungläubig schauen. Wir campieren auf einem riesengroßen Parkplatz. Beton statt Federbett, nun gut. Die Infrastruktur, Essen, Trinken und Hygiene bezeichne ich mal großzügig als 'rudimentär'.

Anja bemerkt, dass es unter Auto 1 tropft. Drunterlegen und schnüffeln: Es ist Sprit. Oha, nach ein paar kundigen Handgriffen von Holger sieht es zunächst nach einer aufgerissenen Spritleitung aus. Später stellt sich heraus, dass es die Spritpumpe erwischt hat. An der Börtelung ist das Gehäuse gerissen, leider Totalschaden. Stehen wir also wieder vor der Herausforderung, in kürzester Zeit ein Ersatzteil zu beschaffen. Jetzt und hier am Sonntagabend ist das nicht zu schaffen. Mal sehen, was morgen geht.

jetzt ist erstmal der Abend, an dem das gesamte Rallyeteam den kulturellen Austausch pflegt. Nachdem Bürgermeister, Abgeordnete und Wilfried ihre wichtigen Begrüßungsworte gesprochen haben, bieten unsere Gastgeber regionale Tänze und Singspiele dar. Ganz nett anzuschauen. Danach kommt das Unvermeidliche, die Rallyeteilnehmer müssen auf die Bühne. Der gesamte Rallyetroß und viele Einheimische sitzen in einer Art Colloseum auf der Tribüne. Geschätzt eintausend Menschen verfolgen das Spektakel und die Stimmung ist toll. Auf den mitgebrachten und getauschten Instrumenten wird 'Bruder Jacob' aufgeführt. Auch Doris hat das Stück auf unserer Flöte eingeübt - selbst auf der 4x4-Strecke. Ha! Zunächst hört sich das Ganze an wie Katzengejammer, doch bei der zweiten 'Strophe' geht's schon. So gut, dass die Menge "Zugabe" skandiert. Ok, also noch "Fußball ist unser Leben" hinterher. Über Qualität lässt sich streiten.

Leider ist es fürchterlich windig in der Arena und auch auf unserem 'Betonzeltplatz', so dass der Abend schnell und unspektakulär zu Ende geht. Noch ein Stück Hühnchenauf den Grill, eine Dose Efes durch die Kehle rinnen lassen und dann ab in's Zelt.

Bilder des Tages

 

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www.Porta.com

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