Tag 7 - 16.Mai -- von Riva nach Ilgaz

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Der erste kleine Offroad-Geschmack, es werden Dachziegel abgeliefert und wir fahren in's Skigebiet.

 Der Tag in der Zusammenfassung

 

 

 

 

 

Die Geschichten des Tages

 

Ein wunderbarer Morgen am Meer begrüßt uns zu unserem kargen Frühstück. Ein paar Straßenhunde streunen durch das Fahrercamp, doch bei uns gibt es heute nichts zu holen. Essen wird überbewertet, das habe ich auf dieser Reise schon gelernt. Die Grillwurst von gestern Abend wird noch eine Weile vorhalten müssen. Cord kommt vom Strand herauf, er hat das Nachtlager unter freiem Himmel gewählt. Ich habe den kaputten Kühler als Kopfkissen benutzt. Doofe Idee. Holger, Doris,

Wir fahren los, heute geht es zunächst zurück Richtung Istanbul. Es gilt eine Straße zu finden, die so klein ist, dass sie auf keiner Karte verzeichnet ist. Auch Google weiß für 'Hurriet-Straße' keinen Rat. Zumindest kennen wir den Stadtteil, ein erster rudimentärer Anhaltspunkt. Unterwegs werfen wir an einer Tanke noch einen Kaffee ein. Wir wissen eigentlich nicht genau wo es langgeht, aber eine Reihe von Teams folgt uns. Auch in dem Moment, als wir uns das erste Mal an diesem Tag verfahren. Ein lustiges Bild, als 12 Fahrzeuge in einer kleinen Seitenstraße wenden müssen.

Das Wetter ist prächtig, morgens um 09.00 Uhr messen wir schon 25 Grad. Später gegen Mittag steigt das Thermometer auf über 33 Grad, zuviel für manch ein in Ehren gealtertes Rallyefahrzeug. Über den Tag fallen gleich reihenweise Autos mit überhitztem Kühler aus. Wir passieren eine Reihe von Teams mit offenen Motorhauben. Bei vielen geht diese Situation glimpflich aus. Aber Manuel vom Team 'Ötztaler Alpenmarathon' erwischt es voll. Beim seinem Mercedes platzt der Kühler; das kommt uns irgendwie bekannt vor. 'Er saftelt' ruft uns seine junge Teamkollegin im Vorbeifahren zu - so charmant kann man das wohl nur als Österreicherin ausdrücken. Bilder in meinem Kopf... :-)
Die Kommunikation mit den türkischen Monteuren und Taxifahrern löst Manuel geschickter als wir: Google translate! Schöne neue Welt.

In der Hurriet-Straße sollen die Teams die Dachziegel abliefern, die sie am Start in Oberstaufen bekommen haben. Hier auf einem Hügel der Stadt, dem "Rallyepark", entsteht so in den Jahren eine Art "Jugendbegegnungsstätte". Die Stadt hat das Gelände der Rallyeorganisation zu diesem Zweck für 49 Jahre kostenfrei zur Verfügung gestellt. Toll.
Man merkt, dass die Rallye viele Teams und Teilnehmer auch vor mentale Herausforderungen stellt. Sechs Menschen sollen drei Wochen lang unter extremen Bedingungen als Team zusammen funktionieren. Bei einigen Teams zeigen sich da schon nach den ersten 'Situationen' sichtbare Abnutzungserscheinungen. Eben gerade gab es ordentlich 'Zickengeschrei' neben uns im VW-Bus. Oha, ob die beiden Mädels noch weiter zusammen fahren können? Vielleicht ist dies die wichtigste Prüfung der gesamten Rallye: Gemeinsam als Team funktionieren, im Extremen und in Krisen. Das gilt natürlich auch für uns. Wieder etwas gelernt...

Vom Rallyepark aus geht es nach Ilgaz, 470 km über gut ausgebaute Straße. Vielleicht etwas zu langweilig, aber es geht gut voran. Unterwegs immer wieder die Erlebnisse von herzlicher Gastfreundschaft. Im Stau auf der Autobahn bekommen wir von einem Türken unaufgefordert eine kleine Schale frische Erdbeere und leckere Pfirsiche gereicht. Das stellen wir uns jetzt mal andersherum vor, Stau auf deutscher Autobahn, türkische Gäste, deutscher Autofahrer ...

Am Nachmittag kommen wir in Ilgaz an. Zum Glück haben wir auf der Webseite des Ressorts, zu dem wir heute fahren, ein Foto entdeckt. Mit diesem Foto fragen wir Passanten in der Stadt nach dem Weg. Von wegen in der Stadt: Wild gestikulierend weisen uns die Männer den Weg aus der Stadt weit in die Berge. Und jetzt wird es lustig. Nach 12 Kilometern treffen wir auf eine Art Autobahnbaustelle, in die wir einbiegen müssen!! Wohooooo - der schotterige Unterbau der Straße ist in Bau, genau das richtige Geläuf für ein echtes Rennen. Ein schweizer Team ist vor uns -- ich kann es nicht leiden, wenn ich Zweiter bin. Die Augen werden schmal und in wilder Fahrt geht es in die Baustelle hinein. In einer riesigen Staubwolke liefern wir uns ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen. Der Mercedes will unbedingt - und ich auch! Vorbei an dem rostigen V70, wäre doch gelacht. Rechts ausscheren, links blinken und dann doch rechts auf der Gegenspur vorbei, ein Riesenspaß. Fast steht der Wagen in voller Fahrt quer, der Teamchef mahnt, dass die Beulen im Dach erst in Jordanien gemacht werden sollten. Schade, heute noch keine Eskimorolle! :-)

Völlig eingestaubt kommen wir nach einigen Kilometern Piste an einem Wintersportressort an. Kleines Hotel und großer Campingplatz mitten im Off. Wir kommen als vierte an, schon wieder eine reife Fahrleistung. Wir stellen die Autos auf den terrassenförmigen Platz und buchen zwei Zeltplätze und ein Zimmer, damit wir duschen können. Beim Auffahren auf den Platz fährt der Schweizer mit dem einem Vorderrad in ein tiefes Loch, setzt auf und reißt sich gleichzeitig den anderen Vorderreifen kaputt. Kommt davon!

In den nächsten Stunden kommen die Teams nach und nach ein und füllen den Platz. Vorm Hotel wird leckeres Huhn und Köfte gegrillt und im Fladenbrot mit Salat serviert. LECKER. Anschließend planen wir in der Bar für die Chinesen-Rallye, die morgen vor uns liegt. Die Karten zurechtlegen und entscheiden, ob wir 4x2 oder 4x4 fahren. Hahahaha, als ob das eine Frage wäre, Brot und Spiele...

Heute geht es früh in's Zelt, um 23:30 Uhr ist der Akku alle. Gute Nacht.

Bilder des Tages

 

Sponsor des Tages

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