Tag 2 - 11.Mai -- von Pernegg nach Lugoj

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Ein harter Tag: 16 Stunden im Sattel, nur kleine kurze Pausen und coole Aufgaben.

 Der Tag in der Zusammenfassung

 

 

 

 

 

Die Geschichten des Tages

Mit einem rauschenden Bach als Hintergrundgeräusch wachen wir um sechs Uhr auf. Gestern abend haben wir es immerhin noch bis Pernegg geschafft. Wir sind bis 23:00 Uhr gefahren, dann war Schluß, mehr ging nicht. In einem Dorf rechts ab bis zum Ende der Strasse, das Wurfzelt auf die Wiese geschmissen und dann einfach nur noch pennen.Mal sehen, wie es heute geht. Landstrassencruising ist schon recht zeitintensiv. In den Autos herrscht schon jetzt ein heilloses Durcheinander. Den löslichen Kaffeee und den Kocher finden wir auf die Schnelle nicht --- dann gibt es die erste Koffeinportion eben später. Zum Glück sind übermorgen die Hilfsgüter raus, dann werden wir Platz haben.Das erste Frühstück besteht aus Wurst und Sultan-Cola - beides haben wir in Unmengen beim Start am Alpsee vom OK in's Auto bekommen. Um viertel vor sieben wird aufgesessen und wir starten Richtung ungarischer Grenze in einen herrlichen Morgen hinein. Nach ein paar Kilometern gibt's Frühstück in einer Tankstelle, die sich als wahre Perle entpuppt. An einem runden Stammtisch gibt es "Verlängerten" und "Braunen" - echt leckere steyrische affeevariationen - dazu Semmeln, Wurst und Käse. Nach dieser ausgiebigen Mahlzeit werden die ersten Kilometer gemacht, durch eine wunderschöne Endalpen-Landschaft von Steiermark und Burgenland.
Kurz vor der Grenze wird auch die erste wichtige Aufgabe gelöst. Nach zwei Fehlversuchen an Tankstellen tauschen wir unsere sechs Flaschen Bier in einem OBI-Baumarkt gegen die Bockrollen, die wir als Räder für unsere zu bauende Seifenkiste benötigen. Wunderbarer Deal. Der Marktleiter will uns die gesamte Ausrüstung schenken, aber wir müssen ja auf den Tausch mit dem Bier bestehen. Den ganzen Deal noch auf ein Foto gebannt und weiter geht es Richtung ungarischer Grenze. Ach ja - und eine weitere Aufgabe konnten wir schon lösen. Irgendwo auf dem Weg sollten wir einen Aufkleber der "Schatzi-Bar" an einen markanten Punkt auf dem Weg kleben. Panzer oder Kernkraftwerk waren Vorschläge. Wir haben allerdings eine "Schatzi-Bar" gefunden -- und den Aufkleber an die Tür geklebt. Von Graz as nähern wir uns der ungarischen Grenze bei Körmend. Hier am Grenzübergang Heiligenkreuz werden 25Jahre alte Erinnerungen wach und ein Gänsehaut-Feeling stellt sich auch nach so langer Zeit noch einmal ein. Ungarn '89, Sommerurlaub am Balaton. An diesem oder einem ähnlichen Grenzübergang haben wir vor fünfundzwanzigeinhalb Jahren auf dem Rückweg gestanden und die ostdeutschen Urlauber gesehen, wie sie ihre Trabbis haben stehen lassen und mit einer Badetasche durch die Maisfelder nach Österreich geflüchtet sind. 'Refugees welcome' kommt mir da in den Sinn. Der Grenzübergang hat sich kaum verändert - und ist doch völlig anders. Die Bedrohlichkeit des Eisernen Vorhanges ist längst der provinziellen Beschaulichkeit eines vergessenen schengener Grenzpostens gewichen. Und doch schlägt diese Wendestimmung dem ost-affinen Reisenden noch volle Pulle entgegen.
Schnell noch ein Grenz-Foto für das Roadbook und weiter geht es Richtung Balaton. Wir wollen diesmal südlich des Plattensees grob Richtung Szeged. Mal sehen, ob das klappt. Mein Telefon erinnert mich daran, dass jetzt Roaming für Ungarn einsetzt. Was Cord wiederum in Panik versetzt, weil SEIN Telefon das nicht macht, Wo ist das blöde Handy. Wir hatten es als Kamera-Stütze beim Selfie an der Grenze benutzt. Oh no -- liegen geblieben. Ok, wir drehen mit Wagen 1 um und rasen mit Warp 7 zurück an die Grenze. Dort: Kein Phone mehr da. Doch mitgenommen? Im auto verbaselt? Doris in der Kameratasche? Oder hat es der Grenzer eingesteckt? Der schwört Stein und Bein, nichts von einem Telefon zu wissen. Schlingel!
Im Augenwinkel hatten wir ein anderes Rallye-Team gesehen, das uns beim Zurückfahren an die Grenze entgegenkam. Die vielleicht? Welches Team war das? Leider nicht online zu ermitteln, gerade jetzt kein Empfang auf dem WLAN-Hotspot. Scheiß-Technik. Cord bekommt einen dicken Hals. Vielleicht können unsere anderen beiden Autos eine Wegsperre machen und dieses Team aufhalten und befragen. Und So kommt es tatsächlich auch. Die hatten das Handy aufgehoben und mitgenommen. Cord ist seelig - das wird aber 40 Liter Bier kosten. Das jedenfalls schlägt die bayrische Besatzung als Lösegeld vor. Nachdem wir uns diesen Bock geleistet haben, folgt gleich der nächste: Eben mal verfahren. Die Stimmung ist hier morgens um halb elf noch nicht ganz weit oben. ... Dafür folgt anschließend eine wunderbare (Neben-) Strecke über Kaposvar. Gut ausgebaute Strassen durch eine wunderbare geschwungene Landschaft mit blühenden Rapsfeldern. Stunde um Stunde zieht sich die Tour - ein Pause ist nötig. Bei dem Stopp stellen wir fest, dass an Auto 2 und 3 jeweils der rechte Blinker fehlt. Unglaublich, aber unsere Experten tippen darauf, dass der Fahrtwind der entgegen kommenden LKW die Ursache war. Jedenfalls kein Unfall und kein Diebstahl, denn vorhin waren die Blinker noch dran. Mittlerweile ist es nachmittag und ein herrliches Wetter begleitet uns. Ein wenig zu warm für unsere Mettenden, die wir zuhauf an Bord haben. Die haben sich zu 'warmen Würstchen' verwandelt - kein grenzenloser Genuß. In der Zwischenzeit haben wir mit Frau Gollnick telefoniert. Sie ist unsere Kontaktfrau für das Kinderheim, dass wir mit nun insgesamt 4 Teams anfahren werden. Drei weitere Teams fahren in das Heim in Alba Iulia. Wir kommen so gut voran, dass wir schon heute abend in Lugoj sein können. Wir verabreden uns für morgen früh, 08:30 uhr am Kinderheim. sie kommt dann aus Temeswar dorthin. Und jetzt zum Abend zieht sich die Strecke auch nochmal. Durch das Stadtgebiet von Szeged haben wir uns wieder ein Stück verfahren, wie schon in Salzburg. Durch schlecht ausgeschilderte Städte fahren - das wird mein neues Lieblingshobby. Und selbstverständlich bleibt das Navi aus!! Wir nähern uns der rumänischen Grenze in der Abendsonne. Hier treffen wir auch mehrere andere Teams. Auch Herma, die ganz vorn gestartet ist. Jetzt muss ich doch mal auf die GPS-Karte gucken. Und tatsächlich - wir sind ziemlich weit vorn. Nur nicht zu laut sagen... ;-) Schnell das Grenzfoto und weiter, eine Vignette kaufen. Hier in Rumänien benötigt man für die Strassenbenutzung insgesamt eine Maut. Wir kommen als erste von der Tankstelle weg und fahren weter über Temesvar nach Lugoj. Ach - und die Zeitumstellung nicht vergessen, hier sind wir eine Stunde weiter. Um 23:30 Uhr Ortszeit erreichen wir unsere Unterkunft für diese Nacht. Purer Luxus - Frau Gollnick hat uns Zimmer in der Pension dariana besorgt. Und tatsächlich sind die Herbergseltern noch wach. Und es gibt tatsächlich auch noch ein Sandwich und dann mit einem Klaps aufden Hintern in die Falle. Sechzehn Stunden im Sattel - wir sind hier ja nicht auf 'ner Butterfahrt. Gute Nacht.

Bilder des Tages

 

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